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13.01.2026

Hypotheken steigen trotz Nullzins

Das Comparis-Hypothekenbarometer zeigt die Richtsätze für 5- und 10-jährige Festhypotheken im 4. Quartal 2025.
Das Comparis-Hypothekenbarometer zeigt die Richtsätze für 5- und 10-jährige Festhypotheken im 4. Quartal 2025. Bild: AdobeStock
Laut dem Comparis-Hypothekenbarometer für das 4. Quartal 2025 sind Hypotheken trotz Nullzins teurer geworden. Gründe sind höhere Kapitalmarktzinsen und Bankmargen sowie eine Verschiebung zu 8- und 9-jährigen Festhypotheken.

Laut dem Comparis-Hypothekenbarometer für das 4. Quartal 2025 sind Hypotheken trotz unverändertem SNB-Leitzins von 0 Prozent im vierten Quartal wieder teurer geworden.

Deutlich abgeschwächte Inflation

Die Schweizerische Nationalbank orientierte sich bei ihrem Entscheid an der deutlich abgeschwächten Inflation, die im November bei 0 Prozent lag. Ein starker Franken und sinkende Importpreise dämpfen die Teuerung zusätzlich. «Ein stabiler Nullzins war erwartet und gibt den Marktteilnehmenden Planungssicherheit», erklärt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert.

Auch international bleibt die Geldpolitik uneinheitlich. Während die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins bei 2 Prozent beliess und die Inflation in der Eurozone stabil bei 2,1 Prozent liegt, senkte die US-Notenbank Fed den Leitzins zum dritten Mal in Folge auf 3,5 bis 3,75 Prozent. Der Schritt wurde unter anderem mit einem schwachen Arbeitsmarkt begründet, während die Inflation auf 2,7 Prozent sank – allerdings mit Einschränkungen bei der Datenqualität aufgrund eines teilweisen Bürokratie-Stillstands.

Hypothekenzinsen ziehen an

Ende Dezember lagen die publizierten Richtsätze laut Comparis-Hypothekenbarometer bei 1,61 Prozent für 5-jährige und 1,91 Prozent für 10-jährige Festhypotheken, was einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorquartal entspricht. Die Refinanzierungskosten der Banken, sogenannte Swaps, sind im vierten Quartal spürbar gestiegen, was sich direkt auf die Hypothekenkonditionen auswirkt.

Besonders bei Saron-Hypotheken, deren Zinshöhe seit Einführung des Nullzinses fast ausschließlich von der Marge abhängt, sind die Effekte deutlich spürbar. «Der jüngste Anstieg der Hypothekarzinsen ist auf höhere Kapitalmarktzinsen und eine Ausweitung der Bankmargen zurückzuführen», sagt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert.

Nachfrage verschiebt sich

Die Analyse der Abschlüsse zeigt zudem eine leichte Verschiebung bei den Laufzeiten. Kurzlaufende Hypotheken bis drei Jahre, einschließlich Saron-Hypotheken, machten rund 17 Prozent aller Abschlüsse aus, während mittellange Laufzeiten von vier bis sieben Jahren leicht zurückgingen. Langlaufende Festhypotheken ab zehn Jahren bleiben weiterhin beliebt, ihr Anteil liegt bei gut 40 Prozent, ist aber im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken.

«Hypothekarnehmende, die hohe Planungssicherheit suchen, setzen bei der Finanzierung oft eine persönliche Obergrenze. Wird sie überschritten, wählen sie Laufzeiten, die diese Vorgaben wieder erfüllen. So bevorzugen sie günstigere 8- oder 9-jährige Festhypotheken anstelle der teureren 10-jährigen Festhypotheken», sagt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert. Der Anteil dieser 8- und 9-jährigen Festhypotheken stieg im vierten Quartal auf rund 14 Prozent, nachdem er zu Beginn des Jahres noch bei knapp 4 Prozent lag.

Sparpotenzial durch Verhandeln

Vergleicht man die publizierten Richtsätze mit den tatsächlich ausgehandelten Zinssätzen, zeigt sich ein erhebliches Sparpotenzial. Bei einer zehnjährigen Festhypothek lag der beste ausgehandelte Zinssatz Ende Dezember bei 1,48 Prozent, während der Richtsatz bei 1,91 Prozent notierte. Über die gesamte Laufzeit lassen sich dadurch mehrere zehntausend Franken einsparen.

Das Comparis-Hypothekenbarometer für das 4. Quartal 2025 zeigt, dass Hypotheken trotz Nullzins wieder teurer geworden sind. Kundinnen und Kunden reagieren auf die steigenden Zinsen, indem sie Laufzeiten anpassen, Margen beim Abschluss verhandeln und ihre monatliche Belastung gezielt steuern. Die Kombination aus höheren Kapitalmarktzinsen und Margenausweitung macht die Finanzierung teurer, während Verhandlungen weiterhin ein bedeutendes Einsparpotenzial bieten.

Zürioberland24/gg
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