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Kanton
19.01.2026

Anfrage zu Zoo-Baustopp

Die Pantanal-Voliere wird von einem riesigen Netz überspannt, getragen von massiven Stahlträgern.
Die Pantanal-Voliere wird von einem riesigen Netz überspannt, getragen von massiven Stahlträgern. Bild: ZOO Zürich, Region Five Media
Nach einem Baustopp im Zoo Zürich fordert die Politik nun klare Antworten – und eine Lösung für die angeschlagene Firma Baltensberger aus Höri.

Die neue Pantanal-Voliere im Zoo Zürich entwickelt sich zum Politikum: Weil der Zoo die Zusammenarbeit mit der Stahlbaufirma Baltensperger AG aus Höri beendet hat, liegt das Bauprojekt derzeit auf Eis. Nun fordern vier Kantonsräte Aufklärung und ein rasches Eingreifen der Regierung.

Die Anfrage stammt von Andreas Keiser (SVP, Glattfelden), Hans Egli (EDU, Steinmaur), Romaine Roggenmoser (SVP, Bülach) und Christoph Marty (SVP, Zürich). Ihr Einwand: Tatsächlich hält der Kanton Zürich 8'750 Aktien am Zoo Zürich – und trägt damit eine Mitverantwortung für das weitere Vorgehen.

Grösstes Bauprojekt in der Zoo-Geschichte

Die neue Pantanal-Voliere wird von einer bis 35 Meter hohen Stahlkonstruktion mit bis zu 124 Meter langen Stahlbögen umfasst und ist das grösste Bauprojekt mit der längsten Bauzeit in der Geschichte des Zoo Zürich. Gemäss Medienmitteilung der Zoo Zürich AG vom 9. Dezember 2025 können nur wenige Spezialisten eine solche Konstruktion verwirklichen.

Konkret verlangen die Politiker Antworten auf Fragen wie: Hatte der Regierungsrat Kenntnis davon, dass Verwaltungsratsmitglied (und Alt-Kantonsrat) Martin Farner, der im Verwaltungsrat der Zoo Zürich AG explizit als Baufragen zuständig wäre, aus dem Verwaltungsrat ausgetreten ist und heute nicht ersetzt wurde? Zudem wollen sie wissen, wie sich der Regierungsrat zu den möglichen finanziellen Folgen des Baukonflikts stellt. Wie stellt der Regierungsrat sicher, dass der Zoo Zürich wegen dieses Debakels um die Pantanal-Voliere nicht um zusätzliche bzw. ausserordentliche Betriebs- und/oder Innovationsbeiträge ersuchen wird?

Schliesslich drängen sie auf eine Lösung im Interesse der betroffenen Firma: Gemäss Mitteilung der Zoo Zürich AG vom 14. Januar 2026 wurde noch kein neuer Umsetzungspartner gefunden. Die Politiker wollen dazu wissen, wie der Regierungsrat im Rahmen seiner Möglichkeiten konkret Einfluss zu nehmen gedenkt, damit die Baltensperger AG die Stahlbaukonstruktion allenfalls doch noch fertigstellen kann oder aber wenigstens die bereits produzierten Bogenträger gegen eine angemessene Entschädigung, welches das wirtschaftliche Überleben der Baltensperger AG sicherstellt, weiterverwendet werden können.

Die Regierung ist nun gefordert, zwischen dem halbstaatlichen Zoo und der lokalen Firma zu vermitteln – bevor aus dem Bauprojekt ein handfester Wirtschaftsskandal wird.

Züriunterland24/mj
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